MIA Schleswig-Holstein veröffentlicht 2. Jahresbericht zu antiziganistischen Vorfällen in Schleswig-Holstein: 83 Vorfälle im Jahr 2025
Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) Schleswig-Holstein hat im zweiten Jahr ihrer Datenerfassung 83 antiziganistische Vorfälle in Schleswig-Holstein für das Jahr 2025 erfasst. Das entspricht einer Steigerung von über 25% im Vergleich zum Vorjahr.
Dieser Anstieg ist auch auf den wachsenden Bekanntheitsgrad der Meldestelle und den Ausbau des Meldenetzwerks in Schleswig-Holstein zurückzuführen. Fast 45% der Vorfälle sind Fälle von Diskriminierungen, das heißt es handelt sich ganz konkret um Vorfälle, in denen sich nicht nur antiziganistische Einstellungen gezeigt haben, sondern wo Betroffene aktiv Benachteiligung erfahren haben oder ausgegrenzt wurden.
Häufiger als Diskriminierungen wurden nur Vorfälle von (non)verbaler Stereotypisierung und Herabwürdigung gemeldet.
Die Zahlen zeigen, Antiziganismus ist kein Randphänomen, sondern Alltag für viele Betroffene in allen Lebensbereichen und es bedarf der Umsetzung und Fortführung konkreter, wirksamer Maßnahmen, um diesen zu bekämpfen.
Antiziganismus ist allgegenwärtig und wird bislang viel zu selten als solcher erkannt. Dabei geht MIA bei den Daten für Schleswig-Holstein von einem weitaus größeren Dunkelfeld aus, welches es in den nächsten Jahren aufzuhellen gilt. Ein besonderer Fokus des Jahresberichts liegt auf dem Bereich Bildung, da die Hälfte aller antiziganistischen Vorfälle, welche 2024 gemeldet wurden, im Bildungskontext stattfanden.
