Die Angst bleibt – MIA in der Zeitschrift der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
„Für Guillermo Ruiz liegt nur eine Nacht zwischen dem Bundeskongress und der Sitzung des Beratenden Ausschusses für Fragen der deutschen Sinti und Roma im Bundesinnenministerium. Auch dort war der jüngste Jahresbericht der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) Thema, deren Geschäftsführer er ist. Von 1.678 gemeldeten antiziganistischen Vorfällen 2024 entfielen 313 auf den Bildungssektor. „Antiziganismus ist in der Schule Alltag“, so Ruiz. Besonders alarmierend: In 62 Prozent der Fälle ging er laut MIA-Bericht von Personen in offizieller Funktion aus – Lehrkräften, Schulsozialarbeitenden, Schulleitungen.
Kinder wurden geschubst oder geschlagen
MIA dokumentiert Fälle, in denen Kinder geschubst oder geschlagen wurden, ohne dass Lehrkräfte eingriffen. Und Aussagen wie: „schon wieder vier Sinti-Kinder in einer Klasse“, oder über einen Jungen mit Mückenstichen, der angeblich „Flöhe“ habe. Eine Schulsekretärin nannte eine Familie „fahrendes Volk“.
Hinzu kommt institutioneller Antiziganismus: „Ein 150 Jahre altes Schulsystem, das Kinder mit zehn Jahren trennt, kann der Vielfalt ohnehin nicht gerecht werden“, erklärt Ruiz. Als Hauptproblem nennt er, dass MIA immer wieder Meldungen zu Kindern erreichen, die „ohne nachvollziehbare Grundlage in Förderschulen verwiesen werden“. Auch Willkommensklassen seien problematisch – zu wenig Förderung, zu viel Ausgrenzung, zu lange Verbleibsdauer. Immer wieder sind Schülerinnen und Schüler zudem von Abschiebungen bedroht, etwa nach Moldawien.“
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